SiegAI / KI in der Fertigung

KI in der Fertigung: Praxisbeispiele aus dem Mittelstand

ChatGPT im Browser hilft in der Fertigungshalle nicht weiter. Was hilft: Systeme, die an ERP, SharePoint und QM-Dokumentation andocken. Drei davon laufen heute im Tagesgeschäft eines Betriebs mit 54 Mitarbeitern im Siegerland. Hier steht, was vorher war und was sie gebracht haben.

Ausgangslage

Warum die Fertigungshalle andere KI braucht als das Büro

Wenn alle über KI reden, meinen sie meistens das Büro: E-Mails zusammenfassen, Texte schreiben. Nützlich. Nur löst es kein einziges Problem in Ihrer Halle.

Fertigungsdaten sind strukturell anders. Maschinenparameter, Kalibrierungen, Werkzeugstandzeiten, Rückverfolgbarkeit von Chargen. Diese Daten stecken in ERP-Systemen, Excel-Tabellen, handgeschriebenen Prüfprotokollen und bei den Leuten, die es eben wissen.

Die IT-Infrastruktur ist häufig veraltet. Ein ERP-System aus den 2000ern, SharePoint als Dateiablage, Excel als Universalwerkzeug. Ein KI-System muss sich in diese Realität einfügen, nicht umgekehrt. Wer erwartet, dass ein Fertigungsbetrieb erst seine komplette IT-Landschaft modernisiert, bevor KI möglich wird, hat noch nie eine Fertigungshalle von innen gesehen.

Mitarbeiter haben kein IT-Studium – und brauchen keins. Der Maschinenbediener, der seit 20 Jahren an der CNC-Fräse steht, hat enormes Fachwissen. Aber er wird kein Terminal öffnen und Prompts schreiben. Ein System für die Fertigung muss so einfach bedienbar sein wie eine Google-Suche. Einen Browser öffnen, Frage eintippen, Antwort bekommen. Fertig.

Und dann ist da noch der Datenschutz. Toleranzen und Prozessparameter sind das Kapital eines Fertigungsbetriebs. Laufen sie über eine US-Cloud, verlieren Sie die Kontrolle. Warum deutscher Server Pflicht ist, erkläre ich auf einer eigenen Seite.

KI in der Fertigung muss mit dem laufen, was da ist: alte IT, gemischte Datenlage, Leute ohne IT-Studium. Genau solche Systeme baue ich.

Ergebnisse aus der Praxis

3 Systeme, die heute in der Fertigung laufen

Alle drei Projekte stammen aus demselben Betrieb – einem produzierenden Unternehmen mit 54 Mitarbeitern im Siegerland. Keine Konzernstrukturen, kein sechsstelliges IT-Budget. Mittelstand, wie er in Deutschland tausendfach existiert.

KI-Kontextsystem

Wissensmanagement (OSP)

15 Module 70+ Dokumente ISO 9001 konform

Das Problem

Das Betriebswissen steckte in den Köpfen einzelner Mitarbeiter. Wer wusste, wie die Kalibrierung der Koordinatenmessmaschine funktioniert? Wer kannte die genaue Werkzeugkombination für das Sonderteil aus 2019? Wenn diese Person im Urlaub war, stand die Arbeit still. Neue Mitarbeiter brauchten Monate, um sich einzuarbeiten – weil Wissen mündlich weitergegeben wurde, nicht systematisch dokumentiert.

Die QM-Dokumentation existierte formal: Arbeitsanweisungen, Verfahrensanweisungen, Prozessbeschreibungen. Aber niemand fand etwas. Über 70 Dokumente, verteilt auf SharePoint-Ordner, lokale Laufwerke und ausgedruckte Ordner in der Werkstatt. Das Wissen war da – nur nicht nutzbar.

Die Lösung

Eine Wissenssuche, die normale Fragen versteht (technisch: ein RAG-System). Der Mitarbeiter tippt seine Frage in normalem Deutsch ein und bekommt eine präzise Antwort mit Quellenangabe. Das System macht die komplette QM-Dokumentation aus 15 Modulen durchsuchbar, läuft auf einem deutschen Server und ist über jeden Browser erreichbar. Neue Dokumente werden hochgeladen, von der KI aufbereitet und nach Freigabe eingepflegt. So veraltet das System nicht.

Ergebnis: Betriebswissen in Sekunden statt Stunden abrufbar. Neue Mitarbeiter finden Antworten sofort, ohne Kollegen fragen zu müssen.

Prozessdigitalisierung

Prüfmittelverwaltung (BMM)

124 Maschinen 186+ Werkzeuge 79+ Prüfmittel

Das Problem

Prüfmittelverwaltung per Excel – das kennt jeder Fertigungsleiter. Eine Tabelle mit hunderten Einträgen, manuell gepflegt, von mehreren Personen gleichzeitig bearbeitet. Kalibrierfristen wurden übersehen, Prüfmittel falsch zugeordnet, Zertifikate nicht gefunden. Vor jedem Audit dauerte die Vorbereitung zwei volle Tage – nur für die Prüfmitteldokumentation.

Dazu kamen Maschinen und Werkzeuge ohne einheitliche Erfassung. 124 Maschinen, mindestens 186 Werkzeuge und 79 kalibrierpflichtige Prüfmittel – verwaltet in einer Mischung aus Excel, Papier und Erinnerungsvermögen.

Die Lösung

Eine Web-App mit KI-gestützter Suche, QR-Code-basiertem Tracking und automatischer Fristenverwaltung. Jedes Gerät hat einen digitalen Lebenslauf. Kalibrierfristen werden farbcodiert angezeigt (Ampel-System) und automatisch überwacht. Der QM-Beauftragte sieht auf einen Blick, welche Kalibrierungen als Nächstes fällig werden.

Ergebnis: Audit-Vorbereitung der Prüfmitteldokumentation: von 2 Tagen auf 20 Minuten. Kalibrierfristen werden automatisch überwacht, nichts wird mehr übersehen.

Qualitätsmanagement

Reklamationsmanagement (RMS)

8D-Methode IATF-16949-orientiert ISO 9001

Das Problem

8D-Berichte schreiben – das ist im Qualitätsmanagement Pflicht, aber in der Praxis eine Qual. Ein vollständiger 8D-Report dauerte im Schnitt drei Stunden: Formblatt ausfüllen, Fehlerbilder beschreiben, Ursachenanalyse dokumentieren, Sofortmaßnahmen und Abstellmaßnahmen formulieren. Die Berichte wurden in Word geschrieben, per E-Mail verteilt und in Ordnern abgelegt. Auswerten konnte die niemand.

Wirksamkeitsprüfungen nach 30, 60 und 90 Tagen? Fielen regelmäßig durch. Nicht aus bösem Willen, sondern weil niemand daran erinnert wurde.

Die Lösung

Ein KI-gestütztes Reklamationsmanagementsystem mit automatischer 8D-Generierung. Reklamationen werden per E-Mail erfasst und automatisch als Vorgang angelegt. Die KI erstellt einen 8D-Berichtsentwurf auf Basis der Reklamationsdaten, inklusive Fehleranalyse und Maßnahmenvorschlägen. Der QM-Mitarbeiter prüft, ergänzt und gibt frei. Wirksamkeitsprüfungen werden automatisch terminiert und überwacht.

Ergebnis: 8D-Berichte in 30 Minuten statt 3 Stunden, bei rund 150 Vorgängen im Jahr. Automatische Formblatt-Generierung und lückenlose Nachverfolgung.

Vorgehensweise

So kommt das System in Ihren Betrieb

Ich arbeite nicht mit PowerPoint-Präsentationen und Konzeptpapieren. Am Ende steht ein funktionierendes System – nicht eine Präsentation über eines.

  1. 01

    Use-Cases im Betrieb finden

    Ich komme in Ihren Betrieb und schaue mir die Prozesse an. Nicht aus der Vogelperspektive, sondern direkt in der Fertigung. Wo verlieren Ihre Leute Zeit? Wo hängt Wissen an einer einzigen Person?

  2. 02

    DSGVO-konforme Architektur

    Jedes System wird von Anfang an für einen deutschen Server geplant. Ihre Betriebsdaten bleiben dort. KI-Anfragen laufen auf Wunsch ausschließlich über europäische Endpunkte der Anbieter.

  3. 03

    Integration in bestehende Systeme

    Ich ersetze nichts. Ihr ERP bleibt, SharePoint bleibt, die bestehende Ordnerstruktur bleibt. Die KI dockt an, was bereits vorhanden ist – und macht es nutzbar.

  4. 04

    Pilotphase mit echten Nutzern

    Das System kommt früh in die Halle, nicht erst nach der letzten Planungsrunde. Ihre Mitarbeiter arbeiten damit, ihr Feedback fließt direkt in die Weiterentwicklung ein. Kurze Iterationen statt monatelanger Planungsphase.

  5. 05

    Go-Live und Betrieb

    Das System geht in den Produktivbetrieb. Ich übernehme Hosting und Wartung – Ihr Team braucht nur einen Browser. Updates und Erweiterungen erfolgen laufend, ohne Betriebsunterbrechung.

Datenschutz

Warum deutscher Server für Fertigungsdaten Pflicht ist

DatenschutzSiegAI · Herdorf/Sieg

Fertigungsdaten sind Betriebsgeheimnisse. Toleranzen, Werkzeugkombinationen, Prozessparameter, Lieferanteninformationen – das ist das Kapital eines produzierenden Unternehmens. Wenn diese Daten über einen US-Cloud-Anbieter verarbeitet werden, verlieren Sie die Kontrolle.

Alle SiegAI-Systeme laufen auf eigenen deutschen Servern (Hetzner). Ihre Betriebsdaten bleiben dort. KI-Anfragen laufen auf Wunsch ausschließlich über europäische Endpunkte der Anbieter – Anthropic, OpenAI oder Google Gemini.

Dazu kommen rollenbasierte Zugriffsrechte: Der Maschinenbediener sieht Arbeitsanweisungen und Prüfprotokolle. Die Geschäftsführung sieht Kennzahlen und Auswertungen. Jeder bekommt genau die Informationen, die er braucht – nicht mehr und nicht weniger. Mehr zum Thema DSGVO und KI.

Häufige Fragen

Klartext für die Fertigung

Funktioniert KI auch mit älteren Maschinen?

Ja. KI in der Fertigung setzt an den Prozessen rund um die Maschine an: Dokumentation, Prüfmittel, Wissensmanagement. Ob Ihre Drehmaschine von 1998 oder 2024 ist, spielt für ein RAG-basiertes Wissenssystem keine Rolle. Entscheidend ist, dass die Daten irgendwo digital vorliegen – und sei es als eingescanntes PDF.

Wie gehen Sie mit sensiblen Fertigungsdaten um?

Alle SiegAI-Systeme laufen auf eigenen deutschen Servern (Hetzner). Ihre Betriebsdaten bleiben dort. KI-Anfragen laufen auf Wunsch ausschließlich über europäische Endpunkte der Anbieter. Zugriffsrechte sind rollenbasiert. Server-Logfiles werden anonymisiert und nach 90 Tagen gelöscht. Mehr zum Thema DSGVO und KI.

Wie lang dauert die Einführung in der Fertigung?

Das hängt vom Use-Case ab – pauschale Zahlen helfen niemandem. Wichtig: Ich ersetze keine bestehenden Systeme. Die KI dockt an vorhandene Software an: ERP, DMS, SharePoint. Das hält die Einführungszeit kurz. Den konkreten Zeitrahmen klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Was kostet das?

Das Erstgespräch kostet nichts, am Telefon oder bei Ihnen vor Ort. Danach bekommen Sie ein Festpreis-Angebot. Keine Tagessätze, kein Fass ohne Boden. Dazu kommen überschaubare laufende Kosten für Server und KI-Anfragen, die ich von Anfang an offen ausweise. Und wenn sich KI bei Ihnen nicht rechnet, sage ich Ihnen genau das im Erstgespräch.

Was ist, wenn Sie mal ausfallen?

Berechtigte Frage an einen Einzelkämpfer. Deshalb: Jedes System ist dokumentiert, mit Handbuch in normalem Deutsch. Zugänge und Schlüssel liegen bei Ihnen. Die Systeme laufen ohne mich weiter. Und wenn Sie morgen mit jemand anderem weitermachen wollen, können Sie das.

Nächster Schritt

Reden wir über Ihre Fertigung. Kostet nichts.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob KI in Ihrer Fertigung etwas bringt – und womit Sie anfangen. Wenn nicht, sage ich Ihnen genau das.

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